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Hundeerziehung - ein kleiner Trick mit großer Wirkung

Hundeschule Jeder Hundehalter weiß es - Hundeerziehung endet eigentlich nie und eine verlässliche Gebrauchsanweisung liegt dem Vierbeiner bei seiner Ankunft im neuen Heim ärgerlicherweise nicht bei.

Aber es gibt einen kleinen und sehr einfachen Trick, der sowohl bei einem neugierigen und noch pflegeleichten Junghund wie auch bei einem raufigen und eher erziehungsresistenten gestandenen Rüden enorme Wirkung zeigt.

Für diesen Erziehungstrick ist es auch ziemlich egal, ob man über eine natürliche Autorität verfügt oder ob man seinem Hund schon lange klargemacht hat, wer die Chefposition innehat - diese kleine Erziehungshilfe setzt an einer ganz anderen Stelle an. Hier wird schlicht das natürliche Instinktinventar des Hundes genutzt, denn als Rudeltier gibt es für einen Hund nichts Schlimmeres, als von seinem "Rudel" (in diesem Fall von seinem Menschen) nicht mehr beachtet zu werden.

Den Hund bei unerwünschtem Verhalten zu ignorieren fällt den meisten Hundehaltern ohnehin richtig schwer. Nun geht dieser Erziehungsansatz sogar noch einen kleinen Schritt weiter - man ignoriert den Hund nicht nur, man wendet seine Aufmerksamkeit und Zuwendung sogar etwas anderem zu. Das klingt vielleicht erst einmal hart, aber keine Angst, hier wird kein Hund traumatisiert. Er wird lediglich daran erinnert, wie wertvoll die Gemeinschaft ist und wie zerbrechlich sie sein kann.

Sie sollten jedoch keinesfalls versuchen dieses Erziehungsmodell auf die Katze zu übertragen. Die schnurrende Fellnase würde wahrscheinlich mit wachsender Begeisterung ihre Krallen in die Zimmertür schlagen oder neben Ihnen am Schrank hängen. Ein Riesenspaß für die Katze - null erzieherischer Wert für Sie.

Wenn Ihr Hund also wieder einmal knurrt wenn Sie ihm sein Lieblingsspielzeug oder seinen Futternapf wegnehmen wollen, wenn er um nichts in der Welt seinen gemütlichen Couchplatz räumen will oder es zum Gesellschaftsspiel gemacht hat, den Postboten zu schreddern, dann kommt Ihr großer Auftritt.

Hundeschule Sobald Ihr Hund im Begriff ist seine unbeliebten Ideen zu verwirklichen, lassen Sie ihn wortlos stehen, wenden sich ab und gehen zum nächst erreichbaren großen Gegenstand, das kann in der Wohnung eine Zimmertür, ein Schrank, eine Stehlampe sein oder im Freien ein Baum, eine Bank oder Ähnliches - ganz egal, die Hauptsache ist, dieser Gegenstand ist groß genug, um ihn in die Arme nehmen zu können. Und dann kommt der Moment, wo man tatsächlich ein bisschen über seinen Schatten springen muss, denn Sie sollten jetzt idealerweise den Baum oder die Lampe umarmen, streicheln und sagen "ach Du lieber Baum, Du bist aber ein feiner, so ein braver". Ihr Hund sollte sie dabei sehen und vor allem hören können, das ist ganz wichtig. Es muss Ihnen auch völlig egal sein, ob andere Menschen Ihnen zusehen oder Sie gar ansprechen und fragen ob es Ihnen gut geht und ob sie irgendwie helfen könnten. Haben Sie keine Angst davor, sich wenn nötig für Ihren Hund auch mal zum Affen zu machen, denn der Erfolg rechtfertigt diesen Aufwand.

Spätestens an dieser Stelle wird Ihrem Hund nämlich klar, dass er durch sein Verhalten gerade Gefahr läuft Ihre Zuneigung an den Baum zu verlieren und Sie werden sich wundern, wie schnell er Spielzeug oder Futter vergessen hat, schwanzwedelnd neben Ihnen steht und versucht die Situation zu retten. Jetzt können Sie es auch gut sein lassen, wenden Sie sich wieder Ihrem Hund zu und seien Sie lieb und freundlich wie immer. Möglicherweise müssen Sie diese Übung ein paarmal wiederholen, aber sie hat einen Langzeiteffekt, denn Ihr Hund merkt sich diese für ihn sehr unschöne Erfahrung und wird künftig versuchen sie zu vermeiden. Er wird aufmerksamer Ihnen gegenüber, achtet auf Ihre Wünsche und vermeidet Konfrontationen. Kurz - das Zusammenleben mit Ihrem Hund gestaltet sich jetzt deutlich entspannter.