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Tierhalter - Katze, Hund oder Nager - Überlegungen vorher!

Haustiere Das ist schon einmal ein Kapitel, über das man ein ganzes Buch schreiben könnte. Man lebt mit diesen guten Wesen, in meinem Fall sind es eine Katze und noch eine und noch eine und noch eine, also 4 Katzen in einem Haushalt zusammen. Eigentlich ist man sich gar nicht recht bewusst, wer wen immer ähnlicher wird und von wem welche Eigenschaften annimmt. Ist der Alltag mit beruflichem Ernst und einigen Besorgungen erst einmal gelaufen, kommt man etwas abgespannt nach Hause und wird gleich mit Katzenjammer und Gebettel begrüßt. Selbst schuld, würde uns wahrscheinlich die Katze sagen, komm halt eher nach Hause, dann bin ich eben noch nicht so hungrig und fordere mein Futter nicht so penetrant ein. Stimmt aber auch nicht, manchmal kommt man eher und hat garantiert eine ähnliche Begrüßung zu erwarten.

Als Lieblingsdosenöffner muss man dann ran, es sei denn, man hält nach einem gestressten Tag noch „tierisches“ Generve aus... Also, ran an die Dosen und dabei bitte auch noch ein bisschen Ansprache. Dabei kann es durchaus passieren, dass man seine eigenen Probleme verdrängt, vergisst oder irgendwie mit anderen überlagert. Das ist für die Entspannung erst einmal hervorragend, für das eventuelle Vergessen von wichtigen Erledigungen dann wiederum nicht so toll. Als erfahrener Katzenbesitzer wird man mit der Zeit die Probleme nur gezielt für kurze Zeit verbannen und danach wieder aufgreifen, was im Gedächtnistraining enorme Vorteile anderen Menschengruppen gegenüber mit sich bringt. Man hat als Katzenbesitzer noch mehr Vorteile, denn schließlich meinte schon Francesco Petrarca (Dichter im 14. Jh.): „Die Menschheit lässt sich grob in 2 Gruppen einteilen : In Katzenliebhaber und vom Leben Benachteiligte!“

Tiere sind als ständige Begleiter im Haus natürlich nicht nur mit einfachen Namen versehen, sondern erhalten auch Kosenamen, die ich hier besser nicht ausgraben möchte. Auf jeden Fall machen sich von Zeit zu Zeit gerade auch im Fernsehen gewisse Fachkräfte und selbsternannte Tierpsychologen über Namen wie Schatzi, Mausi, Schnucki u. ä. lustig, finden es überdreht oder die Besitzer in Ihrem Kinderwunsch enttäuscht, wenn zu den Tieren ein sehr inniges Verhältnis aufgebaut wird. Wenn eben der Haus- und Hofkater z. B. zu sehr nervt und seinen ganzen Frust loswerden möchte, dann wird er halt zu Papa oder Mama (je nachdem) geschickt. Warum nur?

Nicht immer muss dabei ein psychologisches Problem die Tierbesitzer befallen haben, es kann auch schlicht und einfach bedeuten, dass diese Besitzer die Art und Weise des Tieres kennen und verstanden haben, dass die Gehirnkapazität Ihrer Lieblinge nicht ganz das Wort „Katzenersatzmama“ oder „Katzenersatzpapa“ verkraftet und irgendwie zuordnen kann. Also wird abgekürzt und raus kommt Mama oder Papa und das versteht auch jede Katz, aber eben nicht jeder Psychologe.

Diese Mama oder dieser Papa sind hervorragende Dosenöffner, eignen sich zum malträtieren und sind sogar noch hocherfreut, wenn beim Spielen auch mal die Krallen zum Vorschein kommen oder man sich beim Ansprung auf die Schrankwand leicht verpeilt hat und jetzt mitsamt der Katz diverse Dekorationselemente in die Tiefe stürzen. Dann ist halt aufräumen angesagt. Besser geht’s doch gar nicht. Für Katzen ist und bleibt man Personal und kann maximal zum Lieblingsspielzeug und Lieblings-dosenöffner aufsteigen – das war’s dann mit Karriere, darüber sollte man sich vor Anschaffung einer Katze stets bewusst sein. Es gibt aber auch Leute, die ständig am meckern sind, wenn die Katze sich irgendwo verewigt. Da muss man sich schon mal die Frage gefallen lassen: Wieso habt ihr dann eine Katze als Haustier? Ich muss mir doch vorher Gedanken machen, ob ich die Zeit, den Platz und letztendlich auch das Geld sowie die Ausdauer für ein Haustier habe. Die Grundbedürfnisse der Tiere können sicherlich mit den 3 Hauptpunkten – Platz, Zeit und Geld – geklärt sein. Alle 3 Punkte müssen vor Anschaffung mit ja beantwortet werden können. Sonst Finger weg vom Zusammenleben mit dem Haustier.

Gehen wir mal die 3 Hauptpunkte einzeln an: 1. Punkt, Platz: Natürlich benötigt jedes Tier seinen ganz eigenen Platz für sich, als Rückzugsmöglichkeit, um Stress abzubauen und anderen für das Tier unangenehm erscheinenden Dingen aus dem Weg zu gehen. Dieser Platz sollte wirklich allein den Tieren vorbehalten sein. Natürlich muss Sauberkeit und Hygiene gewährleistet sein, aber ansonsten hat der Halter da nichts verloren. Da gibt es doch tatsächlich Tierhalter, bei denen es schon am geeigneten Hundekörbchen oder der „Katzenausspanne“ mangelt, von Spielzeug ganz zu schweigen. Diese „Tierhalter“ (ich weiß gar nicht, ob solche Menschen diesen „Titel“ überhaupt verdienen) wundern sich dann, wenn Hund oder Katz aus Langeweile Polstermöbel traktiert oder die Schrankwand in seine Freizeit-beschäftigung einbezieht und aus lauter Protest für diese Zustände auch noch auf den Teppich pinkelt. Wie würden Sie denn reagieren, wenn in einer fremden Umgebung nichts für Sie gestaltet wurde? Kein Bett für Sie, kein Platz zum essen, keine Möglichkeit sich zu beschäftigen! Protest wäre auch ihre Reaktion und genauso handeln die Tiere, nur eben auf einem anderen Niveau. Wenn sie so wenig von der Art und Weise der Tiere kennen, schaffen sie sich bitte keine an – in beiderseitigem Interesse!

Damit wären wir bei Punkt 2, der Zeit: Jedes Haustier benötigt, wie jedes Familienmitglied auch, ein bisschen Zeit mit der Gruppe oder dem einzelnen Tierhalter. Hunde wollen und müssen Gassi gehen und nicht immer nur kurz zur Straßenecke, wieder zurück und sich selbst überlassen sein. Katzen wollen spielen; können sie raus, erledigen sie dies selbst. Handelt es sich um Wohnungskatzen, so müssen diese mindestens 1 bis 2 Stunden pro Tag durch „ihren Menschen“ beschäftigt werden. Lassen sie sich was einfallen, hier sind Spielideen gefragt. Ein Spielzeug an einen Strick gebunden und durch die Wohnung gezogen, kann da schon viel bewirken. Binden Sie sich den Strick irgendwie an der Hose fest und ziehen somit automatisch das Spielzeug hinter sich her, können sie dabei sogar ihre Hausarbeit weiter verrichten. Achten sie dabei aber immer auf das Spielzeug, sonst könnten sie sich durch stolpern und stürzen selbst verletzen. Geschicklichkeit ist hier gefragt.

Punkt 3 wäre das liebe Geld. Wie überall spielt es auch hier keine untergeordnete Rolle, denn das Haustier will versorgt sein mit Futter, Schlaf- und Kuscheldecken, Hygieneartikeln, Spielzeug und schließlich auch regelmäßigen Tierarztbesuchen. Man sollte natürlich bei ganz tierlieben Zeitgenossen, die bereit sind, das „letzte Hemd“ für ihre Lieblinge zu geben, die Anschaffung nicht nur vom Geld abhängig machen. Trotzdem ist keinem Tier geholfen, wenn es ständig unterernährt ist bzw. andere wichtige für den Lebensrhythmus notwendige Dinge nicht angeschafft werden können. Für solche Tierliebhaber, wo es einfach am Geld mangelt und Zeit da ist, empfiehlt es sich, ehrenamtlich bei Tierheimen oder kleineren Zoo’s anzufragen, ob Hilfe erwünscht ist. Hier kommt man mit den Tieren zusammen, kann sie pflegen und mit ihnen spielen, Hunde ausführen und tut etwas für die Gemeinschaft, ohne selbst zu sehr verpflichtet zu sein oder Geld investieren zu müssen. Man muss hierbei allerdings von vornherein die Nervenstärke besitzen und wissen, dass man dafür da ist, gerade den Heimtieren, die Zeit im Heim so angenehm wie möglich zu gestalten. Mehr aber nicht. Man sollte sich für jedes Tier freuen, welches vermittelt werden kann und somit ein „richtiges“ Zuhause bekommt. Ansonsten ist man dort fehl am Platze.

Das wären also die 3 Hauptpunkte, denn es nützt keinem Tier und letztendlich auch dem Menschen nichts, wenn es einfach angeschafft wird, möglichst ein Tierbaby, um dann voller Erstaunen festzustellen: „...das ist ja noch gewachsen! Jetzt habe ich Probleme.“ Eine Katze wirft im Frühjahr und Herbst fast den gesamten Pelz ab, die vielen Haare... Vorher Gedanken machen, ob dies für Sie ertragbar ist!

Regeln sie auch im Vorfeld das schwierige Thema Urlaub. Können Sie ihr Tier mitnehmen (bei einer Katze ist dies nicht immer empfehlenswert!!)? Hunde sind in vielen Hotels zugelassen. Klären sie dies sicherheitshalber trotzdem vorher. Ist ein Flug oder eine Bahnfahrt vorgesehen, müssen sie Absprachen mit den Reiseunter-nehmen treffen und eventuell wird dann noch mal ein Tierarztbesuch zwecks Einreise notwendig. Sollte ihr Tier auf Reisen sehr unruhig sein, sprechen sie auch hier mit dem Tierarzt über bestimmte Möglichkeiten der Beruhigung. Gute Erfahrungen konnten diesbezüglich mit Bachblüten gemacht werden, doch hier ist vorher genau abzustimmen, in welcher Zusammensetzung und Dosierung etwas gegeben werden darf/soll, um nicht das Gegenteil – nämlich ein totales aufgeputschtes oder überdrehtes Tier - zu bekommen.

Vorteilhaft ist es auch, wenn Sie Freunde, Nachbarn oder Verwandte haben, die selbst Haustiere besitzen und somit schon über längere Zeit praktische Erfahrungen haben. In diesem Fall hätten Sie kompetente Ansprechpartner, wenn doch mal unerwartete Charakteränderungen im Wesen ihres Tieres auftreten. Sie können sich natürlich auch über diverse Fachliteratur kundig machen, aber vielfach hat das mit der Praxis der Tierhaltung wenig zu tun. Leider!

Tierpsychologen und selbsternannte Experten haben oft überhaupt keine eigenen Tiere, und das sind dann meine „Lieblingsexperten.“ Sie haben nämlich überhaupt kein Praxiswissen, sondern nur zusammengestoppeltes Büchergeschreibsel und eventuell Beobachtungen bei befreundeten Tierbesitzern. Gegenüber Besuchern verhalten sich die Tiere wiederum ganz anders als gewohnt und bieten daher für Beobachtungen zwar Raum und machen diesbezüglich Freude, können aber psychologische Betrachtungen geradezu boykottieren und „ad absurdum“ führen. Wussten Sie, dass Katzen ganz genau merken, wenn der Besuch sie nicht mag? Katzen streichen diesen Leuten pausenlos um die Beine und versuchen, ihr Wohlwollen zu gewinnen. Kaum etwas ist für Katzen schlimmer als ausgestoßen zu sein.

Auch diejenigen, die momentan für Baumärkte oder Katzengeschäfte die Planung und bauliche Ausführung von Kratzbäumen vornehmen, sind nicht wirklich mit der Natur der Katzen vertraut, reden nur so etwas von selbstsicher darüber, dass man wirklich annehmen muss, ein studierter Experte steht vor einem. Ein Beispiel:

Katzen lieben es, hoch oben über allem zu thronen und erst einmal die „Welt zu ihren Füßen liegend“ zu beobachten. Ist dann alles soweit okay und sieht friedlich aus, wird man schon neugieriger und betritt schließlich auch mal gnädigerweise das Terrain der „Untertanen“. Man kommt also von oben herunter. Beim Schlafen ist eine Katze noch heikler. In einer vertrauten Umgebung, in der ein Tier noch nie eine schlechte Erfahrung machen musste, schläft sie überall: auf Sesseln, Couch und Teppich, sogar unten vor dem Ofen. Aber Neuland oder Lieblingsplatz, gerade beim schlafen, wo man sich so schnell nicht wehren kann, ist oben in einer Kuschelhöhle.

Soweit zur Natur der Katzen, was ich übrigens nicht aus Büchern von Experten weiß, sondern bei meinen Tieren beobachtet und mit gesundem Menschenverstand analysiert habe. Nun schauen sie sich bitte mal – nur zum Spaß – die Kratzbäume für Katzen an, wenn sie das nächste Mal einen Fach- oder Baumarkt besuchen. Die Kuschelhöhlen zum schlafen und wohlfühlen sind unten, kaum in halber Höhe!!! Sind sie sehr weit oben oder mittig, ist kaum noch ein Brett für den Eintritt davor. Welche Katze schafft aus dem Stand einen Höhensprung von ca. 1 m oder mehr und erwischt dabei genau das „Einflugloch“? Für ältere Katzen gar nicht machbar und für jüngere Tiere auch eine Herausforderung. Wer plant solchen hirnlosen Blödsinn und wieso bestellen das Baumärkte und Tiergeschäfte in dieser Form? Da läuft mir im wahrsten Sinne des Wortes die Galle über. Sind die Kratzbäume mal exakt gestaltet, eben nach dem Wesen der Katze, dann sind es meist die Riesendinger ab 2,50 m Breite und mindestens 2,0 m Höhe, die nicht jeder stellen kann, es sei denn, er verzichtet auf seine Schrankwand und ein paar Polstermöbel!

Noch ein Beispiel. Da werden viele Speisen und Leckerlis angeboten. Und nicht nur das, man verspricht bei einigen Sachen sogar durch Zugabe von irgendwelchen Stoffen Zahngesundheit, Weggang von Entzündungen etc. Dann ist das Zeug bretthart, Marke Trockenfutter oder noch ein bisschen derber. Kann mir mal jemand erklären, wie eine Katze (oder auch ein Mensch in der gleichen Situation) mit Zahn- oder Zahnfleischbeschwerden so etwas Hartes überhaupt erst einmal gekaut haben will? Oder auch das ach so wundersame Patè, die Abkürzung für Pastete. Soll wohl ein Gericht sein, was so was von fein ist, dass sich sogar noch die feine Leberwurst ein Beispiel daran nehmen kann. Weit gefehlt. Mir ist schon die x-te Packung untergekommen, bei der im Patè so harte Brocken dabei waren, dass ich gezwungen bin, diese auszusondern, weil es sonst zu größeren Problemen beim entzündeten Mäulchen kommt, wie wenn ich gleich Häppchen serviere. So etwas dürfte niemals die Bezeichnung Patè tragen dürfen.

Sollte der Mensch mal ein solch lästiges Problem am oder im Zahnfleisch haben, dann löst er solch feste Bestandteile vielleicht in Wasser auf oder behält es etwas im Mund, damit es aufpappt, aber haben Sie das schon mal bei ihrem Haustier probiert? Also meine beiden Problemtiger sind bestimmt nicht blöd, aber „lutschen“ verstehen sie nicht und vorher in Wasser aufweichen? Danach wollten Sie nicht mehr ran...

Sollte nicht auch die Industrie zusammen mit dem Handel sich Gedanken machen über die Zielgruppe? Oder jemanden fragen, der sich damit auskennt, z. B. tatsächliche Haustierbesitzer mit Beobachtungsgabe und gesundem Menschen- verstand - Verzeihung Tierverstand?

Mal weg von der bösen Industrie, die das Thema verfehlt – sechs; setzen. Es gibt natürlich auch Menschen wie dich und mich in der näheren Umgebung. Man nennt dies Nachbarschaft, die jedwede felligen Lebewesen hasst. Diese Leute tun mir einfach nur leid. Die Tiere bekommen das ziemlich schnell mit und machen einen Riesenbogen um solche Gehöfte oder aber sie beehren diese extra mit ihrem Besuch und etlichen Exkrementen. Zur Tierliebe kann man nun mal die Menschen nicht zwingen. Manche haben ja auch einfach mit Allergien zu kämpfen und gehen deshalb auf Abstand.

Die andere Nachbarschaftssorte ist fast noch gefährlicher. Das sind nämlich die Tierliebhaber, die die Katzen so lieben, bloß selbst keine haben wollen wegen der vielen Verpflichtungen. Sie sorgen mit „anfüttern“ dafür, dass die Katzen, die echt bestechlich sind, ein bisschen freie Zeit bei Ihnen verbringen, ohne dass man sich zu etwas verpflichtet fühlen muss. Diese Leute sind mir ein Graus. Warum? Na ja, da haben wir einen Kater, der Top aussieht und sicherlich auch bei den Miezen super ankommt. Er hatte kurz nach der Geburt leichte Herzrhythmusstörungen, die wir mit dem gezielten Einsatz von hochdosierten Vitaminen und ordentlichem, für die Katz abgestimmten Futter wegbekommen haben. Die Ärztin hört jedenfalls nix mehr an Herzstolpergeräuschen und wir sind mächtig stolz darauf.

Solche „netten Nachbarn“, die ihn nun mit fettigem Essen und Resten von menschlichen Nahrungsmitteln (wo das wichtige Taurin für Katzen fehlt) anlocken, sorgen für eine Verfettung und Elastizitätseinschränkung der Gefäße, die zur Gefahr für den Herzmuskel werden und damit wieder zu dem Krankheitsbild führen, welches wir so gut im Griff hatten. Toll! Liebe Mitmenschen: freut euch, wenn er oder sie zu Besuch kommt, aber denkt bitte mit und gebt nie und nimmer Futter, wenn ihr wisst, dass das Tier ein zuhause hat, es könnte nämlich auch Spezialfutter bekommen und von anderen Nahrungsmitteln krank werden.

Das erinnert mich an die Werbung, bei der ein junger Mann mit Weihnachtsbaum in der Hand seine gute Tat vollbringen will und die Omi über die Straße führt, die gar nicht rübergebracht werden wollte, sondern an der Bushaltestelle stand. Manche „Hilfe“ ist nämlich gar nicht gewollt und das sollte man respektieren.

Was tut man aber in einem solchen Fall der falschen Tieranfütterung? Ich verrate es Ihnen. Man klappert alle, und zwar wirklich alle Nachbarn ab und erklärt im netten Gespräch, was man beobachtet hat, nämlich dass die Tiere irgendwo gefüttert werden und wenn das jemand mitbekommt, der solle einem Bescheid geben, mit den Nachbarn müsste man mal reden. ...und jetzt passiert folgendes: Man gibt Ihnen natürlich Recht, kann sich aber gar nicht vorstellen, wer das sein könnte, möchte auch mit beobachten, um ihnen und den „armen Tieren“ zu helfen und es ist zu guter Letzt Herr und Frau Niemand gewesen.

Diesen Niemand, den erwischen sie aber irgendwann, ohne etwas davon zu merken, denn der Niemand kann sich im Gespräch gut verstellen, wird aber, zumindest wenn ein bisschen Restintelligenz in Richtung Tier vorhanden ist, die Fütterungen einstellen. Auf jeden Fall gelten sie jetzt in der Nachbarschaft ein für alle Mal als ein bisschen überdreht, was ihre Haustiere anbelangt. Wenn Ihnen das herzlich egal ist, was man in dieser Beziehung über sie denkt, so wie mir, dann kann ich nur zu diesem Schritt raten. Falls sie eine gesunde Nachbarschaft bevorzugen, müssen halt ihre Tiere leiden. Entscheidungen, vor die man täglich gestellt wird, muss man auch hier treffen. Bedenken Sie, dass Sie als Tierhalter eine gewisse Verpflichtung gegenüber den Tieren übernommen haben und dass ein Familientier auch ein Schutzbefohlener ist.

Wahre Tierliebe äußert sich im Betrachten und Beobachten der Tiere und im Streicheln, wenn da ein „Besuch“ durch den Garten läuft und dieser ein paar Streicheleinheiten zu schätzen weiß. Wahre Tierliebe ist dann gegeben, wenn im Notfall, so sich ein Tier des Nachbarn verfangen hat oder sonstiges passiert ist, der Tierhalter oder Tierarzt benachrichtigt wird. Und selbstverständlich sollten Nachbarn in den ländlichen Gegenden gemeinsam ein Auge auf ihre Lieblinge haben zwecks Wegfangen. Aber alles andere, z. B. Fütterung und Anbieten von Schlafplätzen, geht entschieden zu weit, es sei denn, es wurde ausdrücklich vereinbart.

Dann gibt es natürlich auch noch unsere Hundefreunde. Was man da an Fehlerziehung täglich miterleben muss - da wird mir wirklich schlecht. Ganze Fernsehsendungen beschäftigen sich mit dem Problem des überforderten Hundebesitzers. Schafft euch nur so ein Tier an, wenn ihr in der Lage seid, konsequent zu handeln und auch dem treuen Hundeblick zu wiederstehen, wenn es mal sein muss. Und versucht im Sinne einer guten Nachbarschaft, die Kläffer fernzuhalten und richtig zu erziehen.

Natürlich darf der auf einen losgehen, sowie das Grundstück betreten wird. Doch wenn ein paar Leute am Grundstück schon mit respektablem Abstand vorbeilaufen und dieses „süße“ Wesen am Zaun hochspringt, wo man ständig meint, das hält der Zaun bald nicht mehr, bellt wie ein Verrückter und fast droht einen zu verschlingen. Dann läuft doch etwas falsch. Da muss man sich über einige Herrchen und Frauchen wundern, die dann selbst ganz erschrocken meinen: „Der ist sonst ganz brav, kann niemandem etwas tun!“ Hallo, liebe Halter, schon mal was von Verletzung des Reviers gehört? Natürlich, aber bei meinem Hund ist das anders. Sie glauben gar nicht, wie schlecht mir bei solchen Aussagen jedes Mal wird.

Hier sind die Hundebesitzer gefragt. Beobachten soll er und sowie ein Fuß oder eine Hand über dem Zaun ist, darf der Hund (fast) alles, vorher aber nicht und schon gar nicht zu nachtschlafender Zeit. Ist ihr Hund überhaupt nicht zu erziehen oder haben sie einfach keine Ahnung, nehmen sie ihn nachts halt mit ins Haus. Schöner Wachhund!!! Oder sie besuchen mit ihm ein Hundetraining.

Hier geht es wirklich um Punkte, die vor Anschaffung des Tieres mit allen Familienmitgliedern abgeklärt sein müssen. Bei einem Hund muss zudem noch ein Plan für’s Gassi gehen her und außerdem geklärt sein, wer für ihn das „Leittier“ darstellen soll. Dies muss auf jeden Fall ein erwachsenes Familienmitglied sein. Ist ihnen das alles zuviel und von vornherein keine Einigung zu erzielen, lassen sie bitte, bitte – auch im Interesse des Hundes, die Finger von der Anschaffung.

Deshalb habe ich mich für Katzen entschieden, weil ich diese Art der Erziehung auch nicht packe und uns zudem die Zeit für’s tägliche Gassi gehen fehlt. In der Mehrzahl angeschafft, sind auch genügend Spielkameraden da...

Bitte bedenken Sie noch einen ganz wichtigen Punkt: die Lebenserwartung. Viele Menschen sind heutzutage ganz spontan und leben teilweise wie unsere „Vorbilder“ in Amerika so richtig schön in den Tag hinein. Warum heute schon an morgen denken? Das wird aber notwendig, wenn sie die Anschaffung eines Tiers planen. Hunde und Katzen leben in der Regel locker 10 bis 15 Jahre, viele von ihnen übertreffen das bei guter Pflege und Zuwendung allemal. Jetzt planen sie mal schnell die nächsten 15 Jahre ihres Lebens. Ist gar nicht so einfach. Würde ich bei einem Umzug das Tier / die Tiere mitnehmen (können)? Wie sieht es mit Kinderwunsch aus? Vereinbart sich das in 2 – 3 Jahren miteinander? Es erscheint in Deutschland so einfach, nach dem Motto: „Na ja, wenn es nicht mehr geht, muss er/sie/es halt ins Tierheim. So schlecht ist es dort auch nicht.“

Oh, wie ich solche Einstellungen von sogenannten „Tierhaltern/Tierliebhabern“ hasse, ich kann es gar nicht in Worte fassen. Können Sie sich auch nur ansatzweise vorstellen, wie groß schon die Umstellung für ein Tier ist, wenn es plötzlich wegen 14 Tage ihres sicherlich verdienten Urlaubes aus seiner vertrauten Umgebung gerissen wird und sich von jetzt an auf niedrigere Lebensumstände im Tierheim einstellen muss? In den wenigsten Fällen ist das Tier selber Schuld an so einem Desaster. Nahezu 99 % gehen zu Lasten des Halters, der durch mangelnde Planung und Unfähigkeit, das Leid eines unschuldigen Wesens verursacht hat. Wie fühlen Sie sich damit? Hoffentlich so richtig furchtbar!

Auch Begründungen wegen gesundheitlicher Probleme, die ich immer wieder höre, kann man zu 99 % vergessen. Denn eine Allergie ist ebenfalls vor der Anschaffung durch Tests heraus zu finden. Sollte eine Allergie erst nach Anschaffung auftreten (was eigentlich Blödsinn ist, denn dann hat zumindest zuvor schon eine Sensibilisierung bestanden und hätte durch diesen Test herausgefunden werden können), könnte man im Sinne seiner Haustiere auch eine erfolgreiche Therapie beginnen. Tja, da wären wir mal wieder beim Thema Geld und Platz und Zeit und ein ganz großes Stück Verständnis und Planung, bevor der letzte Schritt gegangen werden darf.

Kurzen Moment Pause: Einer meiner Kater fordert gerade lauthals Streicheleinheiten ein und hat sich quer auf meine Schreibarbeit gepflanzt, sodass ich momentan handlungsunfähig bin....

Nun, so kurz war der Moment nicht, es sind mittlerweile 45 Minuten vergangen. Mit so etwas müssen sie als Katzenbesitzer und Lieblingsdosenöffner rechnen. Da werden sie niemals gefragt, ob es ihnen gerade in den Kram passt. Ein Hund sitzt oder liegt neben Ihnen, wenn sie arbeiten, eine Katze liegt auf ihrer Arbeit. Das wird sich wohl auch nie ändern, berücksichtigen sie dies bitte. Meistens ist es ja auch so, dass man schon viel zu lange wieder über seiner Arbeit „gebrütet“ hat und eigentlich froh sein kann über diese erzwungene Unterbrechung. Mir geht es jedenfalls so. Da wird geschmust, gestreichelt, mit kleinen oder größeren Bällen gespielt und danach fühlt man sich selbst gleich ausgeruhter und fitter und wieder fähig, in die Tasten zu greifen.

Dann sehen wir uns mal im Zusammenleben mit unseren lieben Vierbeinern die Gesundheit an. Da hat es nun schon vor längerer Zeit eine repräsentative Umfrage des Bonner Psychologen Reinhold Bergler gegeben, die herausgefunden hat, dass sich schon die bloße Anwesenheit einer Katze positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Natürlich kann, denn man muss dabei unterscheiden, ob ein Katzenfreund oder eher ein Katzenhasser bzw. den Katzen gegenüber ängstlicher Mensch in der Nähe ist. Dort kann die Anwesenheit einer Katze fast das Gegenteil bewirken und somit negativ ausfallen.

Auf jeden Fall wurden im Rahmen dieser Umfrage Tierbesitzer und Nicht-Tierbesitzer interviewt. Das Ergebnis: Katzen machen den Menschen ausgeglichener, glücklicher und damit auch gesünder (Als ob das die Katzenbesitzer nicht schon längst gewusst hätten, aber schließlich sind unsere Psychologen ja auch endlich zu dem Schluss gelangt und am Ziel eingetroffen). Katzen sind die ideale Medizin gegen die uns bekannten Zivilisationskrankheiten wie Stress, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Depressionen und sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zuerst einmal ist die Katze ein geduldiger Zuhörer, der keine Hintergedanken hat und nie wirklich widerspricht. Das lässt schon einmal eine Art Verständnis aufkommen, senkt damit den Blutdruck und beruhigt die Seele. Das sind ganz wesentliche Voraussetzungen, um beispielsweise die Folgen eines Herzinfarktes besser bewältigen zu können, so der Psychologe. Oder sie stecken in einer großen depressiven Phase und sind eigentlich fast ein „Dauerheuler“. Dann springt ihnen die Katze direkt vor die Nase, wirft sich hin, macht eigenartige Verrenkungen und fordert durch ihr wirklich sanftes Wesen und ihre hinreißende Repräsentation ihres gesamten wunderschönen Outfits den „Depri-Menschen“ zum Streicheln auf. Zuerst wird gelacht oder zumindest der Versuch eines Lächelns unternommen, dann kommt ein nettes Wort über die Lippen und endlich beginnt man zu streicheln. Diese zarten Berührungen des samtweichen Felles auf der Haut und dieser zufriedene und wohlige Ausdruck im Gesicht der Katze sowie das einsetzende kehlige Schnurren setzen im Innern des tierlieben Menschen so viele glücklich machende Botenstoffe frei, dass man es fast im nächsten Moment schon spüren kann..

Ein Hund trägt natürlich ebenfalls zur Gesundheit bei, weil man durch das viele und regelmäßige Gassi gehen an die frische Luft kommt und sich bewegen muss.

Kein Wunder, dass viele Tierbesitzer auch mit Tiefschlägen und Trauerumständen viel besser fertig werden als Nicht-Tierbesitzer.

Auch hierbei muss natürlich immer beachtet werden, dass man bei einem Hund fast ein Offizier, also ein gutes Leittier mit Grundsätzen, Durchsetzungsvermögen und Konsequenz sein muss. Außerdem sollte das regelmäßige Gassi gehen immer zeitlich möglich sein, ansonsten erleidet man schon kurz nach der Anschaffung mehr Stress als alles andere.

Bei der Katze muss man sich im klaren sein, dass man sich ein, wenn auch nur in Miniatur, Raubtier ins Haus holt. Es wird also irgendwann im Sommer oder Herbst (wenn sie ihrem Miniaturtiger Freiraum bzw. Auslauf anbieten) passieren, dass sie/er mit einer Maus im Mäulchen auftaucht (die muss auch noch nicht unbedingt tot sein). Haben sie davor einen Riesenekel, dann ist die Anschaffung einer Katze nicht das Richtige für Sie, versuchen sie es dann mal mit Kaninchen oder Meerschweinchen, die ja bekanntlich reine Pflanzenfresser sind.

Aus den vorgenannten Gründen ist es die Pflicht für uns Menschen, uns vorher Gedanken zu machen, ein Tier und welches Tier anzuschaffen und nicht gleich – nachdem wir uns „vertan“ haben – es wieder wegzugeben. Das macht den doch so hilfreichen Wesen eine Menge Stress, den man ihnen wirklich ersparen sollte, denn sie geben so viel uns Tierhaltern zurück und werden nie „hintenrum“ sein. Das liegt nicht in ihrer Natur.

Danke für ihre Überlegungen und ihre richtigen Entscheidungen, kann ich jetzt nur sagen und viel Spaß mit Ihren Haustieren! ...oder ohne sie, falls sie jetzt verstanden haben, warum das für sie besser ist.