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Vom Hund gebissen - aus heiterem Himmel

Hundebiss Schlagzeilen, dass ein als liebenswürdig geltender Hund plötzlich aggressiv wurde und einen Menschen angefallen hat, gibt es viele. Da wird dann meist bestätigt, dass der Besitzer eigentlich die Hundeschule brav besucht und auch schon jahrelang Erfahrung in Hundehaltung hatte, aber dennoch wird der Hundehalter verurteilt. Irgendetwas muss er doch falsch gemacht haben, warum der Hund auf die schiefe Bahn geriet. Die Gründe wieso der Hund gebissen hat, werden ausgeblendet. Viele Situationen passieren, da der Mensch erstens den Hund nicht lesen kann. Zweitens wird der Hund provoziert, absichtlich oder unabsichtlich, sei dahingestellt. Viele Anzeichen von Vorwarnungen sendet das Tier nonverbal aus, bevor es dann keinen Ausweg mehr sieht und zuschnappt.

Ein alltägliches Szenario ist der Spaziergang mit dem Hund über den Bürgersteig. Andere Passanten erblicken den Hund, je nach Attraktivität und Süßheitsfaktor wird entweder im einen schlimmsten Fall die Straßenseite gewechselt oder im anderen auf den Hund zugestürmt und versucht dem Tier auf den süßen Kopf zu klopfen. Schauen wir uns diese Situation genauer an: Der Hund befindet sich vermutlich an der Leine, links die Straße, rechts eine Hausmauer und viele Menschenfüße ringsherum. Dann plötzlich eine Hand von oben, gefolgt von zwei große Augen, die immer näher kommen. Die Hand versucht auf die weiche Hundestirn oberhalb der Augen zu greifen. Im besten Fall hält der Hund ganz ruhig, bewegt sich nicht und genießt das auch noch. Im schlechtesten fühlt er sich bedroht und versucht auszuweichen, Rückzug lautet normalerweise die erste Devise. Dieses Ersuchen „Bitte lass mich in Ruhe!“ wird gekonnt ignoriert, der Mensch will doch dieses flauschige Etwas berühren. Also ein Schritt nach vorne, vielleicht noch mit murmelnden Worten wie „Ich tu‘ dir doch nichts!“. Der Hundebesitzer steht stolz lächelnd daneben. Die Leine begrenzt den Ausweg, der Hund kann nun nicht mehr weiter zurück, also kommen die nächsten Anzeichen. Diese können neben einer kauernden Körperhaltung und einer niedrig getragenen Rute das Heben einer Vorderpfote und das Schlecken mit der Zunge über die Nase sein. Neben der Stellung der Ohren verrät auch eine Angespanntheit im Bereich des Maules die Gefühlslage im Hund. Diese Anzeichen, zugegeben es muss schon genauer hingesehen werden, werden übersehen oder ignoriert. Der Mensch will das flauschige Fell berühren, alles andere ist egal. Äußert sich der Vierbeiner daraufhin etwas deutlicher mittels leichten Knurren oder einem Schnappen, dass er das jetzt nicht will, wird das Tier geschimpft, verbal, mit leichten Ziehen an der Leine oder schlimmer. Wenn der Hund ungewolltes dann über sich ergehen lässt ist er ein braver Hund! Aber diese Aggressionen stauen sich natürlich an und irgendwann bricht es wie aus heiterem Himmel aus ihm heraus. Aus dem braven Hund wurde plötzlich ein Beißer, vollkommen unvorhersehbar.

Hund streicheln Rücksicht nehmen und mit Bedacht handeln lautet die Lösung. Studien haben auf eindrucksvolle Weise gezeigt, dass Tiere die Gefühle von Menschen auf Fotos unterscheiden können. Menschen könnten Gefühle auch bei Tieren lesen ohne irgendwie darin geschult zu sein. Wer Tiere mag (und auch versteht) greift nicht jeden Hund an, auch wenn es der Besitzer gut heißt. Der wahre Tierfreund wartet ab, bis er (vom Hund) „angesprochen“ wird und ersucht wird zu kraulen. Tierliebe hat viel öfter etwas mit Nichtstun, als Handeln zu tun! Also denken Sie vorm Streicheln, dann gibt es auch keinen bösen Hund mehr.