Unser Aaron (geb. ca. November 2020) lebt inzwischen auch schon über zwei Jahre im Tierheim in Schumen. Die Zeit vergeht so schnell – für uns, die wir täglich Abwechslung haben –, für die Hunde im Tierheim ist aber leider ein Tag so öde wie der nächste. Es ist traurig, weil ihnen so wichtige Lebenszeit verloren geht. Was hätte Aaron alles schon erleben können in den letzten beiden Jahren...
Um Aaron zu seiner hoffentlich raschen Entdeckung zu verhelfen, möchten wir heute mal wieder über ihn und seine Entwicklung berichten. Vom ersten Tag an zeigte Aaron sich als freundlicher und sehr menschenbezogener Hund. Zweibeiner zieht er seinen Artgenossen definitiv vor. Auf den Fotos aus Juli 2023 kann man sehen, dass er Besuch von uns in seinem Auslauf mag, er sich vor uns legt, Pfötchen gibt und um Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten bettelt. Er sucht unsere Nähe und kuschelt für sein Leben gern. Wichtig ist, dass man ihn kommen lässt und ihn nicht bedrängt. Wenn ihm andere Hunde zu nahe kommen, reagiert Aaron schnell gestresst. Seine Individualdistanz ist etwas niedriger als die anderer Hunde. Er braucht und wünscht sich einen gewissen Abstand und das ist durchaus legitim.
Wir suchen erfahrene und souveräne Menschen für Aaron, die ihm dabei helfen, dass dieser Abstand von anderen aufdringlichen Hunden eingehalten wird. Auch sollten diese Menschen in der Lage sein, die Kommunikation der Hunde untereinander zu verstehen und - ganz wichtig - die Kommunikation der Hunde mit uns. Die Körpersprache erkennen und deuten zu können ist immens wichtig im Zusammenleben mit unseren vierbeinigen Hausgenossen.
Und damit kommen wir zum Knackpunkt. Aaron kann nicht gut damit umgehen, wenn er z.B. in eine Ecke gedrängt oder insgesamt bedrängt wird. Wenn es, für ihn gefühlt, sehr eng ist, gerät er in eine für sich absolute Stresssituation und kann mit Schnappen reagieren. Das sollte man wissen und wirklich bereit sein, Zeit und Geduld zu investieren, um Aaron zu zeigen, dass er vertrauen kann. Leider kann er uns nicht erzählen, ob er in seinem früheren Leben einmal so von Menschen in die Enge getrieben wurde, dass er sich nicht anders zu helfen wusste oder ob er ganz allgemein mit der Situation im Tierheim überfordert ist. Dies z.B. war bei unserer Amalia der Fall. Im Tierheim war sie gestresst und schnappte manchmal in Extremsituationen. (Wichtig in diesem Zusammenhang: es gibt einen Unterschied zwischen -schnappen- und -beißen-.) Dann hatte sie nach vielen Jahren Glück, kam auf eine Pflegestelle und dort hat sie in den vier Monaten bis zur Vermittlung NIE dieses im Tierheim beobachtete Verhalten gezeigt. Amalia wurde wunderbar vermittelt und ist auch im neuen Zuhause der netteste und friedlichste Hund.
Wichtig ist, dass man Aaron langsam ankommen lässt und gut erkennen kann, was er körpersprachlich ausdrückt. Das A und O ist die Bindung und der Aufbau von Vertrauen. Man sollte ihm Sicherheit durch klare Führung vermitteln und er wird merken, dass ihm nichts Schlimmes passieren wird. Regelmäßige Rituale, sprich ein geregelter Tagesablauf, zumindest für die Anfangszeit, helfen ebenfalls und natürlich Streicheleinheiten, die er so mag.
Wir denken, dass Aaron dieses Verhalten in einem ruhigen Zuhause bei souveränen Menschen mit der Zeit ablegen könnte. Man muss ihn nur zu nehmen wissen. Aaron ist ja kein böser Hund. Ganz und gar nicht; er ist freundlich und menschenbezogen. Wir wollen nur ehrlich sein, sein Problem schildern und damit sicher sein, dass sich für ihn die passenden Menschen interessieren und ihn adoptieren.
Aaron wäre als Einzelhund glücklicher, auch wenn er mit den anderen Hunden in seinem Auslauf grundsätzlich auskommt. Wir würden eher sagen, er arrangiert sich mit der Situation, möchte im Tierheim aber mit seinen Artgenossen eher keinen Kontakt.
Aaron geht gerne spazieren und läuft wirklich toll an der Leine. Wir würden ihm so sehr wünschen, dass er endlich eine andere als seine kleine Welt kennenlernt, viel Neues erleben darf und regelmäßige Bewegung bekommt. Agility wird eher nicht so sein Fall sein, knifflige Aufgaben fürs Köpfchen vielleicht schon. Ein ruhiger Haushalt ohne Kinder wäre genau nach Aarons Geschmack, gerne in einer ländlichen Gegend. Wir denken, er käme auch am Stadtrand zurecht, im Zentrum einer Großstadt sehen wir ihn nicht.
Das Leben in einem Haus kennt Aaron noch nicht, dafür verhält er sich draußen souverän, ruhig und sehr interessiert. Klein ist der hübsche Kerl nicht, er hat immerhin eine Schulterhöhe von ca. 58 cm.
Aaron ist gechipt, geimpft, kastriert und wäre jederzeit ausreisebereit. Viel zu packen gibt es für ihn nicht. Außer seinem Impfpass eigentlich gar nix. :-)
Der Anbieter "Grund zur Hoffnung e.V." besitzt eine Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz und garantiert die Durchführung und/oder Dokumentation der gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zur Tiergesundheit vor Abgabe eines Tieres. Diese tierärztlichen Behandlungen werden in den EU-Heimtierausweis oder Impfpass eingetragen, welchen der neue Besitzer bei Übergabe des Tieres ausgehändigt bekommt.
Eigenschaften
verträglich mit Rüden, verträglich mit Hündinnen
Dieses Tier benötigt eine Pflegestelle. Eine Pflegestelle dient dazu, ein Tier vorübergehend aufzunehmen, zu pflegen und zu füttern bis eine neue Familie gefunden wurde. In der Regel erfolgt durch die für das Tier zuständige Tierschutzorganisation eine Vorkontrolle, ob das Tier artgerecht untergebracht werden kann und die Person/Personen über ausreichend Sachkunde verfügt/verfügen. Die Übernahme der Kosten für Futter, Ausstattung und evtl. Tierarztkosten ist individuell verschieden geregelt und muss mit der jeweiligen Tierschutzorganisation vereinbart werden. Für eine Kontaktaufnahme können Sie unten stehendes Formular verwenden.
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