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vom 30.04.2019
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MIAs traumatische Geschichte

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Profil
NOTFALL Pflegestelle gesucht 
Tierart:

Katze

Rasse:

Mix (Mischling)

Geschlecht:
weiblich
Alter:
3 Jahre

Aufenthalt:
Pflegestelle
Land:
Deutschland
Bundesland:
Berlin
PLZ/Ort:
Anbieterinformation
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Tiere suchen Freunde e.V. 
13503 Berlin

Telefon: 030 / 39 50 77 44


Beschreibung

Langer Text, lohnt sich aber zu lesen...


Manchmal braucht Tierschutz einen langen Atem: MIA wurde im November (?) 2017 aus einem Leben befreit, in dem völlig überforderte Menschen die Kontrolle über ihre zahlreichen Tiere verloren hatten. MIA musste miterleben, wie zwei ihrer Kitten von Hunden zerrissen wurden. Mit den zwei überlebenden Babys kam sie in unsere Obhut. Ihre Kinder fanden ein wunderschönes gemeinsames Zuhause, doch MIA blieb zurück. Das Trauma hatte sie tief gezeichnet, auch das Leben in der Enge, der Anspannung und Verwahrlosung. War sie jemals fröhlich? Ausgelassen? Hat sie irgendwann einmal gespielt, tief geschlafen? Wir wissen es nicht. Sie zeigte sich apathisch, teilnahmslos. Versteckte sich, kam nur nachts zum Essen und Lösen hervor und war mehr Phantom als Lebewesen.
Uns war klar, das würde ein langer Weg werden. MIA brauchte Zeit, viel Zeit, doch wer würde ihr die geben? Wäre es besser für sie - die den Menschen so mied - einen Platz auf einem Katzenhof zu finden? Hätte sie dort die Chance auf ein Leben, das mehr als ein Überleben wäre?
Es fand sich eine Pflegestelle, die MIA die Zeit geben wollte, mehr von sich zu zeigen als nur die Starre. Über Wochen hinweg wurde MIAs Radius erweitert, die Wege vom Versteck zum Klo und zum Napf variiert. Man respektierte MIAs Bedürfnis nach Sicherheit und bot ihr immer tollere Höhlen, immer geheimere Nester, die MIA gerne annahm und so plötzlich Sicherheitszonen in allen Räumen hatte. Die Sichtungen tagsüber häuften sich :) endlich konnte man sehen, was für eine Schönheit das Phantom ist! Wohlproportioniert, runder Kopf, glänzendes Fell und endlich kam die Persönlichkeit zum Vorschein. Auf ihrem zuvor maskenhaft erstarrten Gesicht zeigten sich Neugier und Interesse. Ihr Appetit nahm zu, sie konnte sogar vor Zeugen essen und suchte Nähe. Es hat Wochen, Monate gedauert, bis wir in MIAs Fall von Lebensqualität, ja sogar Lebensfreude sprechen können. Doch wird sie jemals eine Katze, mit der man schmusen kann, die man auf den Arm nehmen kann, die auf den Schoß springt? Auch hier gibt es zaghafte Fortschritte und Anlass zur Hoffnung: sie lässt sich seit neuestem sogar bürsten und genießt es so sehr, dass sie manchmal vor ihrer eigenen Hingabe erschrickt.
MIA braucht viel Ruhe und Routine. Sie ist eine vorsichtige Katze, die sich langsam bewegt und sehr sanftmütig ist. Bis jetzt hat sie kein Bedürfnis nach Freigang gezeigt; wird eine Tür oder ein Fenster geöffnet, zieht sie sich zurück. Die Gesellschaft von Artgenossen hat sie sehr verunsichert und sie war wieder in ihrem Schneckenhaus. Dennoch hat sie sich mit den beiden ruhigen und älteren Hunden der Pflegestelle arrangiert, schläft gerne in deren Nähe und bewegt sich um sie herum. Wenn alle richtig fest schlafen, dreht MIA manchmal auf und läuft Galopp durch alle Zimmer. Sie spielt auch mit Bällchen, aber nur wenn keiner guckt.
Ob MIA schon bereit ist für ein endgültiges Zuhause? Das hängt von den Menschen ab. MIA wird viele unserer Bedürfnisse zunächst nicht befriedigen können. Menschen wollen anfassen, kuscheln, Zuneigung und Nähe. Aber das daaaauert bei MIA, vielleicht ihr Leben lang. Und wie viele Menschen stellen das Bedürfnis des Tieres über das eigene? Und wie vielen von denen, die das tun, geht es dabei selber gut?
-Tiere suchen Freunde e.V.- strebt immer nach der Win-Win-Situation: Mensch und Tier müssen harmonieren, niemand soll ein selbstaufopfernder Märtyrer werden, beide Seiten sollen gewinnen. Aber vielleicht gibt es ja einen Menschen, dessen Bedürfnis es ist, MIA auf ihrem Weg zu ihrem vollen Potential zu begleiten, ohne Erwartungen, ohne Druck. Dem es genügt, mit den Augen zu streicheln, mit der Stimme zu schmusen. Er wird belohnt werden. MIA kommuniziert dankbar und verzaubernd, aber eben auf ihre ganz spezielle Art.

P.S. MIA wurde tierärztlich gecheckt, sie ist völlig gesund. Sie ist auch in heilpraktischer Behandlung und vieles, was ihr nicht schaden, aber vielleicht helfen kann (z.B. Bachblüten) hat sie kennengelernt. MIA kann natürlich auf der Pflegestelle bleiben, solange es nötig ist. Doch leider können dort dann keine weiteren Pflegefälle aufgenommen werden, da MIA sonst wahrscheinlich einen Rückfall bekommt. Und Pflegestellen sind unendlich wichtig für unsere Arbeit!
Dieses Tier benötigt eine Pflegestelle. Eine Pflegestelle dient dazu, ein Tier vorübergehend aufzunehmen, zu pflegen und zu füttern bis eine neue Familie gefunden wurde. In der Regel erfolgt durch die für das Tier zuständige Tierschutzorganisation eine Vorkontrolle, ob das Tier artgerecht untergebracht werden kann und die Person/Personen über ausreichend Sachkunde verfügt/verfügen. Die Übernahme der Kosten für Futter, Ausstattung und evtl. Tierarztkosten ist individuell verschieden geregelt und muss mit der jeweiligen Tierschutzorganisation vereinbart werden. Für eine Kontaktaufnahme können Sie unten stehendes Formular verwenden.
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"MIAs traumatische Geschichte"
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