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Körpersprache des Hundes

Körpersprache
QUELLE: Foto von Camylla Battani auf Unsplash
Hunde sind bekanntlich nicht nur der beste Freund des Menschen, sondern auch echte vierbeinige Kommunikationstalente - vom Shiba Inu bis hin zum deutschen Dackel. Knurren, bellen und jaulen dürften selbst Nicht-Hundehalter korrekt deuten können, etwas schwieriger wird es schon bei der durchaus vielseitigen Gestik und Mimik der Vierbeiner.

So verständigen sich Hunde gegenseitig lautlos - und gegenüber ihrem Herrchen und Frauchen

Die lautlose Kommunikation mag weniger auffällig sein, ist aber nicht weniger aussagekräftig als bellende oder jaulende Geräusche. Gebellt wird von Vierbeinern instinktiv, wenn sie ihrem Herrchen oder Frauchen etwas mitteilen möchten, zu denen aber kein Blickkontakt besteht. Ebenso wimmernde und heulende Geräusche: Die meist auf Unwohlsein oder Schmerzen hindeuten. Wesentlich subtiler ist die lautlose Kommunikation, die Hunde sowohl über ihre Körperhaltung als auch ihre Gestik und Mimik einsetzen.

Lautlose Kommunikation mit dem Kopf

Viele werden es kennen: Wenn der Hund seinen Kopf leicht zur Seite neigt und etwas fragend schaut. Das deutet auf Unsicherheit hin, die Vierbeiner müssen die Situation also erst evaluieren. Eine gerade und aufrechte Kopfhaltung ist quasi das direkte Gegenteil: Der Hund ist aufmerksam und selbstbewusst. Wird der Kopf gesenkt, deutet das auf Unterwürfigkeit und manchmal auch Furcht hin.

Hundebett
QUELLE: Foto von Jamie Street auf Unsplash
Neben der Kopfhaltung kommunizieren Hunde natürlich auch über ihre Augen. Sind die zusammengezogen und die Pupillen verkleinert, können Menschen und andere Tiere das als Drohung verstehen. Damit möchte uns der Vierbeiner zeigen, dass er aufmerksam und in Alarmbereitschaft ist. Ein sanfter Blick und normal geweitete Pupillen sind hingegen ein Indiz für Entspannung - das ist der Blick, den Hundehalter und Hundehalterinnen mit Sicherheit täglich im hochwertigen Hundebett bestaunen dürfen.

Ebenfalls zur Mimik zählt die Haltung der Schnauze. Dabei sind Veränderungen in der Mimik nicht selten so subtil und geringfügig, dass vor allem mit Hunden unerfahrene Menschen sie mitunter falsch deuten. Ein ganz klassisches Beispiel dazu: Zieht der Hund seine Mundwinkel weit nach hinten, ist das mit einer Unterwürfigkeit gegenüber dem Menschen zu verbinden. Zieht er die Mundwinkel aber nach hinten und zeigt oder fletscht sogar mit den Zähnen, ist das keine Unterwürfigkeit mehr, sondern eine direkte Drohung.

Entspannung kommunizieren Hunde, indem sie die Lippen nur leicht nach vorn richten. Dann sehen wir entweder gar keine Zähen oder nur Teile von den Eckzähnen. Eine allgemein hilfreiche Faustregel dahingehend: Ist die Schnauze leicht geöffnet, gibt es nichts zu befürchten - der Hund fühlt sich ganz normal wohl und ist entspannt.

Mimik und Körpersprache der Ohren deuten

Die Ohren sind eine kleine Besonderheit in der Körpersprache des Hundes. Anders als die im vorherigen Abschnitt dargelegten Verhaltensweisen, bestehen bei den Ohren nämlich teils erhebliche Unterschiede zwischen den Rassen. Das liegt auch daran, dass viele Hunde anatomisch bedingt ihre Ohren nicht so frei wie andere Rassen bewegen können. Dazu ein Beispiel: Ein Schäferhund kann seine Ohren sehr starr spitzen und sie zudem leicht nach vorn justieren - womit der Schäferhund signalisieren möchte, dass er aufmerksam ist. Fletscht er noch die Zähne, wird aus der Aufmerksamkeit wieder eine Drohung.

Bei einem Basset Hound ist das Ohrenverhalten hingegen anders, denn der kann anatomisch bedingt die Ohren gar nicht richtig spitzen. Das führt häufig zu falschen Deutungen der Ohren-Körpersprache, denn locker angelegte Ohren deuten bei vielen Rassen auf Entspannung hin - aber eben nicht unbedingt beim Basset Hound, da der seine großen und schweren Ohren meist sowieso schlaff hängen lässt. Wichtig ist dann auf die weiteren Körpersignale zu achten: Wenn die Ohren angelegt sind, die weitere Mimik aber unauffällig ist, ist der Hund freundlich gesinnt. Wenn die Ohren aber angelegt und beispielsweise der Hals sowie die Schnauze versteift sind, deutet es eher auf Angst hin.

So kommunizieren Hunde mit ihrer Rute

Die Rutenstellung sendet uns Zwei- ebenso wie anderen Vierbeinern weitere Signale. Auch hier gilt: Anatomisch bedingt kommunizieren manche Hunderassen stärker mit ihrer Rute als andere. Vor allem besonders kleine Hunderassen haben manchmal gar nicht genug Schwanzlänge, um die Rute tatsächlich effektiv zur Kommunikation einzusetzen.

Bei Tieren, die keinen kupierten oder sehr kurzen Schwanz haben, äußert sich die Kommunikation über die Rute so:
  • ist die Rute zwischen den Hinterbeinen eingeklemmt, möchte der Hund darauf hinweisen, dass er gerade Angst hat
  • wenn der Schwanz steil nach oben steht, ist das ein Zeichen für Dominanz und Aufmerksamkeit
  • wenn der nach oben stehende Schwanz sogar zittert, deutet das auf Aggressivität beziehungsweises Kampfeslust hin
  • ein einfach hin und her schwingender Schwanz ist ein Zeichen für Gelassenheit, wedelt der Hund aber sehr schnell und intensiv damit, ist er vielleicht gerade sehr aufgeregt

Speziell das Wedeln der Rute ist eines der häufigsten Missverständnisse zwischen Mensch und Hund. Nicht- oder unerfahrene Hundehalter assoziieren das häufig pauschal mit Freundlichkeit oder einer Begrüßung. Es bedeutet aber viel mehr, dass der Hund emotional getrieben ist - und das kann wahlweise ein positives oder negatives Signal sein. Deshalb sollte man bei Hunden auch nie isoliert nur auf ein Signal achten, sondern immer verschiedene Signale der Körpersprache aufnehmen und richtig deuten.

Fazit: Hunde sind echte Kommunikationstalente - wenn der Mensch weiß, wonach er schauen muss

Die allgemeine Körperhaltung spielt natürlich ebenso eine Rolle. Da gilt: Je größer sich der Hund macht/aufstellt, desto erregter und aggressiver ist er. Hebt er seinen Po an und wackelt mit der Rute, möchte er mit seinem Herrchen oder Frauchen spielen. Von Kopf bis Pfote, von der Rute bis zur Schnauze: Hunde wissen ganz genau wie sie uns mitteilen, was sie möchten oder wie sie sich fühlen - wir Menschen müssen es eben nur korrekt zu deuten wissen.